Mittwoch, 20. Juli 2011

Es liegt was in der Luft...


... ein ganz besonderer Duft! Was sich dieser Tage in der Gartenwelt ereignet, grenzt schon fast an maßlose Reizüberflutung. Überall blüht und grünt es und als ob das unter Wahrnehmungsgesichtspunkten nicht schon mehr als zufrieden stellend wäre, gesellen sich nun noch verschiedenste Duftkompositionen dazu, die den ausgelieferten Betrachter in ihrer Gesamtheit fast schwindlig werden lassen.


Der Phlox. Jetzt wo die Tage etwas verregnet sind, hängen seine Blütendolden schwer herab und  verströmen dabei einen feinen würzigen Duft, ich liebe das -oh du schöne Kindheitserinnerung... an den Garten der Großeltern- Beim Kauf einer Rose lag dem Paket noch ein zartes Tomatenpflänzchen als Geschenk bei und da man ja jedem Geschöpf seine Chance geben soll, wurde sie eingepflanzt. Mittlerweile ist es eine üppige Pflanze mit zu erwartenden Höchsterträgen in Eierform mit dem typischen Duft der Tomate - hmmm, wie schön kräftig und gesund- Nebenan blüht unaufhörlich die Rose de Resht  und verströmt dabei ihren unbeschreiblich schweren Damaszener-Portlandrosen-ich weiß nicht zu welcher Gruppe ich gehöre- Duft.

Muriel Robin, die moderne Edelrosenschwester tut es ihr gleich und duftet mit der alten Verwandten um die Wette.


Bei der Indianernessel wollte das Verblühte abgeschnitten werden, auch hier ein feiner würziger Duft als Antwort auf die liebevolle Zuwendung. Die Gartenpflanze schlechthin- die Studentenblume, ist ebenfalls ein Dufterlebnis der besonderen Art und zudem noch gesund für den Boden... die hatten wir immer auf dem Balkon und ich liebte es schon als Kind sie zu riechen. Zu all den Duftspezialisten gesellen sich die vielen Kräuter- Oregano, Rosmarin, Basilikum, Minzen, Salbei, Fenchel, Lavendel, der so schön nach Urlaub duftet und weitere ungenannte Schönheiten dazu....eine wahre Duftexplosion- oh du schöne Sommerzeit.

Freitag, 15. Juli 2011

Gartenglück von Jahr zu Jahr- und wiedermal ein bildlicher Vergleich

Weil der Post mit den bildlichen Vergleichen vom Dezember 2009 so gut nachgefragt wird, habe ich mich mal wieder auf eine Reise durch das üppig gefüllt Fotoarchiv gemacht und einige Entwicklungsschritte in meinem Garten festgehalten. 

von links oben nach rechts unten... 2008-2009-2010-2011

Der hintere Teil, mein Lieblingsbereich, hat sich zuerst entwickelt. Hier gab es nichts, nur Wiese, diverse Pfirsichbaumversuche und hässliche Koniferen. Trotzdem ist dieser Gartenteil wegen des Licht- und Schattenspiels der großen Bäume besonders reizvoll. Nach meinem Schlüsselerlebnis, einer Gartenbesichtigung, begann ich hier ab Juli 2008 mit meinem "Gartenglück".
Das Schöne an der freien, geschwungenen Gestaltung ist die mögliche Veränderung, die hier durch meine regelmäßigen "Beetform-Optimierungen erreicht wird und die mich das Gefühl für Gartengestaltung lehrt. 


Das "Mittelfeld" vor der Garage- erst Partywiese, dann Paradiesgarten- 2009-2010-2010-2011

Im zeitigen Frühjahr 2009 haben wir mit viel Elan die äußeren Beete als Einfassung der "Partywiese" vor der Garage gegraben, den Boden ausgetauscht und Stauden gepflanzt. Seit Herbst 2008 standen bereits die beiden Kugelahorne, die hoffentlich mal ein Tor bilden werden. Der Neuanlage des Paradiesgartens im Frühjahr 2010 war für mich dann die logische Schlussfolgerung den da wo ein "Tor"(die Ahorne) und "Wände" (die umfassenden Beete) sind , da sollte auch eine "Einrichtung" sein...voriges Jahr standen im Paradiesgarten überwiegend Dahlien, Cosmeen, ein Riesenkürbis und Verbene B.. In diesem Jahr habe ich Rosen, Iris, Phlox, Kräuter, eine Tomate ;-)und Taglilien gepflanzt- Nun heißt es warten und das Ergebnis "unter die Lupe" nehmen.

 Blick nach vorn zum Eingang und der Laube  2008-2009-2010-2011

Ursprünglich gab es hier, in der Mitte des Gartens, nur ein Gemüsebeet hinter dem "Pumpenhaus", ein merkwürdiges Terrassengebilde vor der Laube und ein Staudenbeet entlang des Zaunes zum Nachbar,  der Rest war Wiese. Irgendwann im Herbst 2009 kam ich auf die Idee mit dem Paradiesgarten und so nahm die Veränderung im mittleren Bereich des Gartens seinen Lauf.

Blick von der Laube nach Hinten zur "Gerätegarage" 2009-2009-2010-2011

Mein Sorgenkind war das höher gelegene flächige Gebilde, die Terrasse aus Unkraut vor der Laube,      (zweites, drittes Bild rechts) Der nahmen wir uns in einer Hau-Ruck Aktion im September 2010 an. Das Beet links unten entstand schon im Frühjahr 2010 , die Dahlien wollten in die Erde und ich hatte keinen Platz...Seit November 2010 ist dieser Bereich nun durch eine Buchenhecke eingefasst und als Auftakt gibt es seit Frühjahr 2011 das "Blaue Beet" mit Flora, der ernannten Beschützerin meines Gartens.


Und zum Schluss noch ein Gartendetail im Juligarten 2011:

Eines meiner Lieblingsbeete im frei gestalteten Gartenraum ist das Inselbeet, das schon einige Entwicklungen und Veränderungen hinter sich 

Und wer noch einen (etwas unaktuellen) Grundriss ansehen will der klicke hier.

Sonntag, 10. Juli 2011

Juli ist Taglilienzeit...

... und wie sensationell das aussehen kann, zeigt alle Jahre wieder der "Garten in den Wiesen" bei Cottbus.


Neben der Leidenschaft für Galanthus, Geranium und Colchichum, wird hier auch den Hemerocallis besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Daher liegt es nahe, dass der Garten derzeit, alltäglich neu, in sommerlicher Farbenpracht erblüht. Neben der ausgeprägten Sammelleidenschaft wird hier im Garten auch selber eingekreuzt was das Zeug hält und dabei entstehen Sämlinge, die es in Punkto Schönheit und Farbenpracht durchaus mit ihren Eltern aufnehmen können. Da ich ja bekanntlich Verfechter der monochromen Gartengestaltung bin, erstaunt es mich jedes Mal auf`s Neue, wie genial unbeschwert das miteinander der Farben von Gelb, über Purpur, Orange bis Dunkelrot wirken kann. Hier sind fröhliche Menschen am Werk, die verdammt stolz sein können auf ihren Garten. Wie immer...ein inspirierender Besuch!

Sonntag, 3. Juli 2011

Rosenschönheit- eine Ansichtssache

 Im Moment gäbe es wahrlich viele Themen, die ein Gartenblog behandeln könnte. Endlich hat es mal zwei Tage durch geregnet, endlich konnten sich Pflanzen, Pumpe und Gartenschlauch erholen und endlich hatte ich Zeit meine Prioritäten in Richtung Beetpflege zu verschieben. Jeden Tag überraschen mich andere Taglilien, ich bin sauer über mich selbst, sie so vernachlässigt zu haben... so werden meine Frühjahrspflanzungen wohl zur Strafe ohne Blüten durch diesem Sommer gehen. Nun gut, es ist nicht zu spät sie mit der Aufmerksamkeit zu bedenken, die sie verdient haben. Schuld ist die Rose, dass war ja bereits Thema im letzten Post also Grund genug, mal mit dem Faszinosum "Rose" aufzuräumen. Ja die Rose ist wunderbar, ohne Frage, sie duftet meist phantastisch, steht für Liebe und Glück aber auch für Vergänglichkeit und da sind wir auch schon beim Thema... Betrachtet man einzelne Blüten in ihrer schönste Blühphase bei optimalem Wetter für das Röslein, so zeigt es seine überbordende Schönheit und begeistert uns mit ihrer Perfektion, nur das abblühende Nachbarröslein am Blütenbüschel (z.B.bei Beetrosen oder Kletterrosen) beeinträchtigt die Optik etwas. (z.B. Ballerina, Bonica82, Bell Coquette, Jasmina, Perennial Blue)
Ist das Wetter aber übel gelaunt, so zeigen sich insbesondere die hellen Rosen von ihrer divenhaften Seite und die Blütenblätter werden braun, mumifizieren und schon ist sie dahin, die erhoffte Schönheit.
Um so erstaunter bin ich jedes mal, wenn ich den Fotoapparat auf die Rosen wende, dann scheinen die Blüten sich in die beste Position zu drehen und selbst wenn ich mich im Original über die Gesamterscheinung der Rose ärgere... das Foto sieht dann doch bezaubernd aus. Es ist wohl die Fernwirkung, die bei den Beet- und Kletterrosen letztendlich überzeugen soll.

Eine gute Figur der Rosen, die jetzt noch in meinem Garten blühen, machen: Louise Odier, Falstaff, Lavender Lassie, Leonardo da Vinci, Old Port, Heidi Klum, Rose de Rhest, Magenta, Spirit of Freedom, Muril Robin, Ina an Mona, Lawinia

von links oben nach rechts unten- Lavender Lassie, Heidi Klum, Ina an Mona, 
Magenta, Louise Odier, Florence Delattre, 
Falstaff, Lavender Ice- hier ohne braune Ränder, Old Port

Empfindlich dagegen sind: Novalis, Sandra Renaissance, Bering Renaissance, Cinderella, Lavender Ice, Christian Schulheis, Bernadette Lafont, Centenaire de Lourdes,  Florence Delattre, Herkules, die sonst sehr schön ist und manchmal auch Eden85.

Mit verblühten Nachbarblüten, die schlecht auszuputzen sind muss man rechnen bei: Bonica 82, Belle Coquette, Ballerina, Jasmina, Perennial Blue

Bering Renaissance, Lavender Ice, Bonica 82
Christian Schultheis, Novalis, Cinderella, 
James Galway, Centenaire de Lourdes, Ballerina

Trotz meiner ästhetischen Überlegungen dürfen sie bleiben, die Diven...den der nächste Sommer kommt bestimmt und damit vielleicht auch andere Voraussetzungen für das Blühverhalten.

Und als Bonus... die (für mich) hässlichste, mein Farbempfinden empfindlich störende, schrillste Rose in meinem Garten... eine der Ersten... ein Geschenk der Familie... sie meinten es ja nur gut...

Kletterrose "Antike 89" von Kordes

Wer noch mehr Rosenportraits aus einem Garten anschauen möchte, der klicke hier

Sonntag, 26. Juni 2011

24 Stunden Schönheit- Taglilien

Sensationell - "Chicago Happyness"

Da sind sie nun... über meinen Rosenwahn hatte ich sie fast vergessen... meine geliebten Taglilien.  So heimlich still und leise, ohne auch nur ein wenig Beachtung von mir zu verlangen, zeigen sie nun ihre Schönheit und als wenn sie mir sagen wollten: "Wir sind auch noch da!" strecken sie mir ihre einzigartigen Blüten entgegen und beweisen damit, dass sie es sehr wohl mit der "Königin der Blumen" aufnehmen können. Da die Schönheit, wie es der Name schon besagt, von kurzer Dauer ist, tut es mir nun leid um jede Minute, die ich außerhalb meines Gartenzaunes verbringen muss. Viele meiner Taglilienpflanzenbabys sind im letzten Jahr fröhlich vor sich hin gewachsen und haben sich gut entwickelt, das nenne ich doch mal pflegeleicht. Wie sagte schon Karl Foerster: Taglilien sind die Blumen der "intelligenten Faulen".Wenn das also das Ergebnis von Faulheit ist, dann bin ich gern faul.

klein aber fein - "Lilac Wine"
schöne Farbe aber leider immer unsauber- "Spits First"
Ohne Worte- einfach elegant- "Gentle Sheperd"
"Raspberry Pixi"- blüht und blüht...

Freitag, 17. Juni 2011

Sommersonnengarten

Die Frühsommerblumen- Margeriten, Geranium und Akelei habe ich nun fast alle runter geschnitten, die Pflänzchen gedüngt und gewässert. Ganz schön viel "Biomasse" kam da zusammen... Die Rosen haben ihre erste Blühoffensive hinter sich. Katzenminze, Frauenmantel und Salbei dürfen noch ein wenig bleiben, aber auch hier wird bald die Gartenschere ihre Klingen schärfen... Nicht mehr lange und die Taglilien, Agastachen, Verbenen, Dahlien, Cosmeen und der Phlox werden das Zepter übernehmen, nur ein kleiner Schritt also und wir haben Hochsommer.


Montag, 13. Juni 2011

Unterwegs...

 in Thüringen und Sachsen- Anhalt...

Was macht man, wenn ein paar freie Tage anstehen- natürlich eine Reise planen... und so begab ich mich diesmal allein auf die Autobahn um mich im 350km entfernten Sangerhausen mit meiner Schwester zu treffen. Da hier das Europa- Rosarium mit über 8300 Rosen zu Hause ist, war das Grund genug mal vorbei zu schauen und der gerade blühenden Pracht seine Aufwartung zu machen. Schon am Parkplatz empfing mich eine unglaubliche Duftwolke, obwohl das Rosarium doch noch 300m entfernt war. Eigentlich bin ich was solche Gärten angeht immer etwas voreingenommen, meist findet man nur überdimensional riesige Flächen vor, die monokulturell mit Pflanzen der jeweiligen Gattung bepflanzt sind. Die Vielfalt und Schönheit einer ganzheitlichen Gestaltung mit verschiedenen Blühperioden, Farben und Formen kommt bei solchen Sammlungen leider oft zu kurz. Zugegebenermaßen gab es auch im Rosarium solche Flächen, allerdings hielten sich die in Grenzen und so blühten hier die Rosen im Kontext mit Stauden und Gehölzen oder waren so angeordnet, das immer interessante Gartenbereiche und Blickbeziehungen entstanden.


Ich war hoch erfreut, das Rosarium  übertraf definitiv meine Erwartungen. Besonders der Bereich der Historischen Sorten hatte es mir angetan, Gallica und Damaszener sind der Hit, auch die Beetrosen sind sehr schön, Kletterer sowieso. Edelrosen dagegen werden wohl nicht meine uneingeschränkte Zuneigung erhalten, zu steif, zu riesige Blüten... Ausnahmen bestätigen die Regel... Der Rosensüchtige findet hier jede Rose mit Beschilderung vor, so das der nächsten Bestellung nichts mehr im Wege steht. ;-)

zwei sind nun auch wieder auf meiner Liste..."Tuscany Superb"...
und "Rhapsody in Blue"

Zudem sind die Pflanzen nach Sorten geordnet, was die Suche nach bestimmten Rosen erleichtert. Eigentlich ist das Rosarium ein abwechslungsreich gestalteter Rosenpark und wenn man dann noch, wie wir, vor einem Sturzregen flüchtend, in eine Führung gerät, lernt man sogar noch was. Alles in allem ein paar schöne Stunden.


Dann ging s weiter nach Weimar. Nach einer deftigem Autopanne in der thüringischen Pampa, gerieten die Rosen in den Hinter- und die harte Realität in den Vordergrund. Der Abschleppdienst erledigte die letzten 15km bis Weimar und dann endlich konnten auch wir, zusammen mit gefühlten 100 000 anderen Touristen, die deutsche Hochkultur genießen.  In Weimar verbinden sich Geschichte und Gegenwart aufs Trefflichste. Hier spürt man ihn noch, den Geist der großen Meister aus Literatur, Musik, Kunst und Architektur und so kann man sich beim Besuch der ehemaligen Wirkungsstätten auf eine Reise in die Geschichte und Lebensart der Dichter, Denker und Kreativen manchen. Wie wichtig dabei die Natur für die Menschen war und ist, kann man als Garteninteressierter Besucher auch an den Gärten und Parks in Weimar erleben.

Goethes Wohnhaus am Frauenplan und...

...Goethes Gartenhaus

Sonntag, 5. Juni 2011

Rosenüberraschung

"Mme Knorr", Portlandrose, Verdier, 1855, öfterblühend

Da leuchtet doch eine Farbe, die an dieser Stelle doch gar nicht vorgesehen war...?!- Das war mein erster Gedanke, als ich gestern den Garten betrat. Hatte sich in den letzen Wochen "Mme Knorr" im Vergleich zu ihren Portlandschwestern "Mme Boll" und "Comte de Chambord" üppiger entwickelt, so sah ich jetzt den Grund. Die Wildrosenunterlage, vermutlich "Rosa c. Inermis", hatte sich breit gemacht und blüht nun an einem Trieb, der eigentlich für Frau Knorr vorgesehen war. Erstaunlicherweise war nichts zu sehen von einem Wildtrieb, sondern das Ganze wächst an einem überaus stachligem Trieb, (die Wildrose soll keine Stacheln haben...) Also werde ich bei Rosenfreundlicherem Wetter, mal weniger als 31 Grad... auf die Suche nach der Ursache gehen. Ganz hübsch das Wildröschen, trotzdem kein Vergleich zu "Mme Knorr" und so werde ich der Wildrose wohl den Garaus machen.

"Mme Knorr" und ihre dreiste Unterlage