"Fritz Nobis", Rosa rubiginosa, Kordes, 1940, einmalblühend
Da steht er nun im dritten Jahr und belohnt geduldiges Warten und umsichtige Pflege erstmalig mit einer Blütenpracht, so dass man nun definitiv sein Amt niederlegen, Dauerurlaub nehmen und als Vollzeitbeobachterin dieser unbeschreiblichen Pracht beiwohnen möchte. Pünktlich zum 1. Juni erblühte „Fritz Nobis“. Ich hatte die Rose im Frühjahr 2009 als wurzelnacktes Pflänzchen gepflanzt und war ein Jahr darauf eher enttäuscht von seiner Entwicklung, drei Blüten an zwei überhängenden Zweigen.
Fritz Nobis war wohl ein Freund und Weggefährte von W. Kordes
Es muss einem aber auch gesagt werden, dass die Wurzelnackten so ihre Zeit brauchen und das Gärtnern ein Job für Geduldige ist, dass beweist sich nun wieder einmal aufs Schönste. Neben Fritz, der das Rosenblühen im Garten offiziell eingeläutet hat, blühten ja bereits andere Rosen außer Konkurrenz, da ich sie vorgezogen im Container erworben hatte.
Die erste „Gertrude Jekyll“ erschrak mich mit pinkfarbender Blüte im Edelrosenknospenlook.
"Gertrude Jekyll" - Englische Strauchrose, Austin, 1988, öfterblühend
Oh je, sollte ich mich so getäuscht haben, alle Welt sagt doch Gertrude wäre die beliebteste Englische... Mittlerweile hat sie ihre jungendliche Röte verloren und blüht in wundervollem Rosa, sehr schön, weiter so Gertrude!
Gertrude hat sich eingelebt...
Ein weiterer Kauf war „Perennial Blue“ für den neu aufgestellten Rosenbogen. Wenn Blau im Namen vorhanden ist, muss das noch lange nicht heißen, dass die Blüten auch blau sind... bei mir jedenfalls waren sie eher dunkelrot und erst im vertrockneten Zustand blau, nur das man sie ja dann abschneiden soll, weil sie Erstens nicht mehr so prall aussehen und damit sich Zweitens neue Blütenschübe entwickeln. Da dieses Röslein auf ästhetische Konfrontation mit meiner romantischen Vorstellung ging, steht es nun an nicht allzu präsenter Stelle und kann mir dort zeigen, was es zu bieten hat.
"Perennial Blue", 2007, Tantau, Rambler, öfterblühend
Ihren Platz hat „Aschermittwoch“ eingenommen. Eine Kletterrose, die mein Herz verzückt, was für Blüten, was für eine Farbe, irgendwas in Altrosa. Leider soll sie nur einmal blühen... alles Gute ist nie beisammen, aber ich bin ihr schon jetzt hoffnungslos erlegen und somit darf sie zukünftig mit „Jasmina“ auf der anderen Seite um die Wette blühen.
"Aschermittwoch", Kletterrose, Kordes, 1955, einmalblühend
Mittlerweile stehen im Garten 63 Rosen, viele von Ihnen sind noch Babys, die sicher erst im nächsten Jahr so richtig loslegen werden. Aber schon jetzt weht ein Rosenduft durch den Garten, der einfach unbeschreiblich ist.
Meine Liebe gilt sowohl den historischen als auch den modernen Rosen. Hauptsache sie blühen in Rosa-Lila-Blau Tönen, wenn sie dann öfterblühend sind und duften bin ich restlos begeistert. Ja und weil ich wirklich, wirklich hoffnungslos Rosenkrank bin, musste heute doch noch die schöne dunkellila "Darcey Bussel" zwischen all den Mehltau und Rosenrost- gefährdeten Rosenschwestern aus dem Baumarkt errettet werden und nun habe ich also 64 Rosen.





